Fossil des Monats - Das Jahr der Eiszeit

Für 2017 haben wir uns eine Neuerung einfallen lassen.

Am Ende des Jahres 2017 werden Sie im Urzeitmuseum eine der größten Eiszeitsammlungen in Deutschland zu sehen bekommen. Der Weg dorthin führt über monatliche Highlights, die wir als "Fossil des Monats" bezeichnen werden. 

Juli 2017

Waldelefant (Palaeoloxon antiquus)

Alter: ca. 200.000 Jahre
Fundort: Westdeutschland, Rheingebiet


Der hier gezeigte Unterkiefer gehört zu einem Teilskelett, bestehend aus über 20 Knochen. An Hand des gigantischen Unterkiefers und des fast 1,5 Meter langen Oberschenkelknochens !! kann jedoch errechnet werden, dass es sich um enorm großes Tier von über 4 Metern Schulterhöhe handeln muss. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Tier noch nicht einmal ausgewachsen war. Der Zahnstand lässt vermuten, dass das Tier zwischen 35 und 40 Jahren alt war.

Juni 2017

Höhlenhyäne (Crocuta crocuta spelaea)

Alter: ca. 30.000 Jahre
Fundort: Mitteleuropa

Hierbei handelt es sich um einen extrem seltenen Schädel einer eiszeitlichen Babyhyäne, die wohl nur wenige Monate alt war, bevor sie gestorben ist. 

Hyänenfunde aus Europa sind ohnehin schon sehr selten aber ein derartiger Schädel wohl fast einzigartig.

Mai 2017

Steppenbison (Bison priscus)

Alter: ca. 40.000 Jahre
Fundort: Niederrhein / Darmstadt

Das Skelett stammt aus dem Niederrhein und ist zu 95 % komplett erhalten. Es stellt eine sehr große Rarität dar, da es in Deutschland kaum montierte Skelette dieser eiszeitlichen Riesen gibt. Mit heutigen Bisons hat das "Bisons priscus" nur entfernt etwas zu tun. Das ausgestellte Skelett ist über 2 Meter hoch und 3,5 Meter lang. Der eiszeitliche Steppenbison konnte ein Gewicht von bis zu 2 Tonnen erreichen.

April 2017

Steinbock (Capra Ibex)

Alter: ca. 60.000 Jahre
Fundort: Österreich / Steiermark

Schädelteil eines männlichen Tieres, das scheinbar in einer Höhle verendete.

März 2017

Höhlenbär (Ursus spelaeus)

Komplettes Skelett eines weiblichen Tieres
Alter: ca. 50.000 Jahre
Fundort: Mitteleuropa

Eines der bekanntesten Tiere der letzten Eiszeit ist der Höhlenbär. Er verdankt seinen Namen, da er Höhlen zum Überwintern, vermutlich aber auch als Wohnstätte sowie zur Aufzucht seiner Jungtiere nutzten. Neben unserem großen männlichen Höhlenbären und dem kleinen Babybären ist die Familie nun fast komplett. Wer weiß was dieses Jahr noch kommt :-)

Februar 2017

Europäischer Riesenhirsch (Megaloceros giganteus)

Kompletter Schädel eines weiblichen Tieres mit Unterkiefer
Alter: ca. 45.000 Jahre
Fundort: Nordsee, Niederlande

Zwar nicht unbedingt spektakulär aber umso seltener ist dieser nahezu perfekte Schädel eines weiblichen Riesenhirsches. Schädel von männlichen Tieren werden deutlich häufiger gefunden, da diese durch das mächtige Geweih stabiler gebaut waren. Das Geweih konnte eine Spannweite von unglaublichen 4 Metern !! erreichen.

Weibliche Riesenhirsche hatten überhaupt kein Geweih.

Der Schädel wurde von niederländischen Fischern beim Einholen, der bis zum Meeresboden reichenden Fischnetze, entdeckt und geborgen !

 

 

Januar 2017

Moschusochse (Ovibos moschatus)

Kompletter Schädel eines männlichen Tieres
Alter: ca. 45.000 Jahre
Fundort: Alaska, Fairbanks (Goldmine)

Auch wenn dieser Schädel aus Nordamerika stammt, so gibt es auch Funde von eiszeitlichen Moschusochsen in Deutschland, wenngleich diese äußert selten sind. Moschusochsen sind kleiner als man vermutet. Durch ihre kompakte Form und das dichte Fell wirken sie größer. Trotzdem werden sie nicht höher als 1,10 m und sind somit kleiner als die meisten Rinder.

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