Vom ersten zweibeinigen Gang bis zu den ersten menschlichen Kulturen

Seit jeher fragen wir uns, woher wir kommen und warum wir das sind, was wir sind. Noch bis vor 150 Jahren wurde die Meinung vertreten, dass die Menschheit von Adam und Eva abstammt und die Erde 6000 Jahre alt ist. Als der Lehrer Johann Carl Fuhlrott im Jahre 1856 fossilierte Knochen als einen Frühmenschen (Neandertaler) beschrieb, wurde er als Ketzer beschimpft und nur wenige Menschen teilten seine Meinung. Jedoch lenkte Charles Darwin nur drei Jahre später mit seinem Hauptwerk „Die Entstehung der Arten“ ein Umdenken der damaligen Gesellschaft ein. Die These, dass es lange vor dem Homo sapiens noch weitere Vorfahren gab, war eine weltweite Sensation und eine Katastrophe für den Kreationismus.

Seit 150 Jahren versuchen nun Wissenschaftler, die Geschichte der Menschwerdung zu rekonstruieren. Die für uns Menschen wichtigste Frage ist: Wann ging der erste Vorfahre auf zwei Beinen?

Ein Sensationsfund gelang dem Wissenschaftler Donald Johanson im Jahre 1974 in Äthiopien, als er das fast vollständige Skelett eines ca. 3,2 Millionen Jahre alten Hominiden (Australopithecus afarensis) fand und somit bewies, dass der aufrechte Gang schon vor mindestens 3,2 Millionen Jahre existierte. In den letzten Jahren folgten weitere spektakuläre Hominidenfunde weltweit, aber besonders in Afrika, das wohl die Wiege der Menschheit ist.

Der letzte bedeutende Fund wurde 2002 im Tschad gemacht, als Wissenschaftler das Teilskelett des bisher ältesten zweibeinig laufenden Hominiden entdeckten. Das Skelett dürfte ca. 7 Millionen Jahre alt sein.

Unser Stammbaum wird wohl nie endgültig enträtselt werden. So entdecken Wissenschaftler beinahe jährlich neue Arten, die diesen Hominiden - Stammbaum zu einem weitverzweigten, unübersichtlichen Gebilde mit teils erheblichen Lücken wachsen lassen.

Es bleibt abzuwarten, mit welchen sensationellen Entdeckungen die Forschung uns in Zukunft noch überraschen wird.

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